Ermittlungen zu Flughafen-Schmiergeld auf Hochtouren
Fünf Männer sitzen in Untersuchungshaft, weil sie am Frankfurter Flughafen Grundstücke verschoben haben sollen. Die Staatsanwaltschaft will schnell Licht in die Sache bringen. Frankfurt/Main (dpa) – Bei der Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen zu möglichen Schmiergeldzahlungen beim Ausbau des Frankfurter Flughafen weiter auf Hochtouren. Nach der Inhaftierung von insgesamt fünf Beschuldigten stünden nun vor allem Vernehmungen […]
Fünf Männer sitzen in Untersuchungshaft, weil sie am Frankfurter Flughafen Grundstücke verschoben haben sollen. Die Staatsanwaltschaft will schnell Licht in die Sache bringen.
Frankfurt/Main (dpa) – Bei der Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen zu möglichen Schmiergeldzahlungen beim Ausbau des Frankfurter Flughafen weiter auf Hochtouren. Nach der Inhaftierung von insgesamt fünf Beschuldigten stünden nun vor allem Vernehmungen an, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Mittwoch. Einzelheiten könnten aber nicht mitgeteilt werden.
Die Ermittler hatten bei einer Großrazzia am Dienstag vergangener Woche in Deutschland und Liechtenstein umfangreiches Material beschlagnahmt und zudem versucht, Vermögenswerte über die Summe von 2,9 Millionen Euro für einen späteren Schadensausgleich zu sichern. Dazu liefen noch komplexe Prüfungen bei Banken, sagte Möller-Scheu.
Zunächst waren drei, in dieser Woche dann weitere zwei Beschuldigte wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen worden. Fünf weitere Verdächtige blieben zunächst auf freiem Fuß. Den Männern wird Bestechung und Bestechlichkeit, Untreue sowie Betrug oder Beihilfe dazu vorgeworfen.
Bei der Vergabe von Erbbaugrundstücken im Frachtbereich Cargo-City Süd am Flughafen sollen laut Anklagebehörde in mindestens zwei Fällen Schmiergelder geflossen sein. Der mutmaßliche Haupttäter (50) hatte bis Sommer 2008 an verantwortlicher Stelle im Immobilienmanagement des Flughafenbetreibers Fraport gearbeitet und diese Position möglicherweise für illegale Deals ausgenutzt. In einem dritten Geschäft soll er für die Vergabe Schmiergeld verlangt haben. Die Zahlungen sollen unter anderem als Beraterhonorare getarnt worden sein.
Die im MDax notierte Fraport AG hat den ihr möglicherweise entstandenen Schaden bislang nicht beziffert. Ein Sprecher verwies am Mittwoch auf die gerade erst angelaufenen Ermittlungen.
In einem Zivilprozess müsste Fraport den entstandenen Schaden beweisen. Mit den Tatsachenfeststellungen eines Strafprozesses im Rücken fiele das sehr viel leichter, weil diese auch von einem Zivilgericht anerkannt würden. Aus diesem Grund wird häufig das Ergebnis des Strafprozesses abgewartet.