Triebwerkshersteller MTU verdient trotz Umsatzschub weniger Geld
München (dpa) – Der Münchner Triebwerksbauer MTU hat den reißenden Absatz neuer Triebwerke im ersten Quartal nicht in mehr Gewinn ummünzen können. Während der Umsatz um 35 Prozent auf 945 Millionen Euro in die Höhe schnellte, ging unter dem Strich der Gewinn um ein Drittel auf 36 Millionen Euro zurück, wie das im MDax notierte […]
München (dpa) – Der Münchner Triebwerksbauer MTU hat den reißenden Absatz neuer Triebwerke im ersten Quartal nicht in mehr Gewinn ummünzen können. Während der Umsatz um 35 Prozent auf 945 Millionen Euro in die Höhe schnellte, ging unter dem Strich der Gewinn um ein Drittel auf 36 Millionen Euro zurück, wie das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ein Grund: Mit der Beteiligung an den Triebwerken für neue Flugzeuge wie den Airbus A320 und A380 sowie Boeings «Dreamliner» und den Jumbo 747-8 verdient MTU weitaus weniger Geld als an Ersatztriebwerken und Ersatzteilen. An seinen Zielen für 2013 hält der scheidende MTU-Chef Egon Behle aber fest.
Dabei soll sich auch der Umsatzmix wieder so auspendeln, dass der Erlösanstieg sich auch unter dem Strich wieder deutlicher bemerkbar als im ersten Quartal. Insgesamt sollen 2013 Umsatz und bereinigter Gewinn um zehn bis zwölf Prozent steigen. Im ersten Quartal sank der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um zwei Prozent auf 89 Millionen Euro. Der bereinigte Überschuss ging um vier Prozent auf rund 55 Millionen Euro zurück. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Die Aktie machte am Vormittag einen Satz von 2 Prozent und war zunächst der stärkste Wert im MDax.
Den Umsatz konnten die Münchner vor allem steigern, weil sie seit dem vergangenen Sommer einen größeren Teil zum V2500-Triebwerk für den Airbus A320 beisteuern. MTU hatte seinen Anteil an dem Triebwerkskonsortium mit Pratt & Whitney nach dem Ausstieg von Rolls-Royce für 550 Millionen Euro auf 16 Prozent aufgestockt. Damit landet von jedem Antrieb für den Airbus-Verkaufsschlager fast anderthalb Mal so viel Umsatz in den Kassen der MTU wie zuvor. Zudem erhofft sich der Konzern viel vom lukrativen Ersatzteilgeschäft, das noch 25 Jahre lang die Umsätze sprudeln lassen soll.
Keine Auskunft gab Behle über seine konkreten Pläne für die Zeit nach MTU. Der Manager hatte vor kurzem mitgeteilt, dass er Ende des Jahres das Unternehmen verlassen werde, um sich im Rahmen seiner «persönlichen Lebensplanung ab 2014 anderen Aufgaben zu widmen». Ob er zu einem Unternehmen wechseln wird oder sich vielleicht selbstständig machen will, sagte Behle nicht. Sein Nachfolger wird zum 1. Januar Finanzvorstand Reiner Winkler (51).