Angesichts steigender Kerosinpreise profitiert der Münchner Triebwerkbauer MTU vom Trend zu sparsameren Flugzeugen. MTU ist nach einem Rekordjahr auch für 2013 optimistisch. München (dpa) – Die Krise im europäischen Luftverkehr kann den Triebwerkbauer MTU nicht bremsen. Die große Nachfrage nach spritsparenden Flugzeugen und die weltweit wachsenden Passagierzahlen bringen den Münchnern Rekordgewinne und volle Auftragsbücher. Maschinen […]

Angesichts steigender Kerosinpreise profitiert der Münchner Triebwerkbauer MTU vom Trend zu sparsameren Flugzeugen. MTU ist nach einem Rekordjahr auch für 2013 optimistisch.

München (dpa) – Die Krise im europäischen Luftverkehr kann den Triebwerkbauer MTU nicht bremsen. Die große Nachfrage nach spritsparenden Flugzeugen und die weltweit wachsenden Passagierzahlen bringen den Münchnern Rekordgewinne und volle Auftragsbücher. Maschinen wie der Airbus A320neo bescherten dem Unternehmen massenhaft Bestellungen, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. «Wir sehen auch für 2013 eine Fortsetzung dieses positiven Trends», sagte Vorstandschef Egon Behle. Das Wachstum könnte im laufenden Jahr allerdings ein wenig schwächer ausfallen.

In Zeiten von teurer werdendem Kerosin setzt die Branche auf Wirtschaftlichkeit. Das Triebwerk «Getriebefan» des US-Herstellers Pratt & Whitney, zu dem MTU wesentliche Teile beisteuert, ist durch seinen geringen Verbrauch zum Kassenschlager geworden. Mittlerweile seien 3000 Stück bestellt. «Das ist eine Zahl, die wir uns vor drei, vier Jahren nicht hätten träumen lassen», sagte Behle.

Unter dem Strich steht für 2012 ein Überschuss von 174 Millionen Euro – das ist ein Plus von 9,2 Prozent. Motor der Entwicklung war 2012 wie zuvor vor allem das zivile Luftverkehrsgeschäft, das den Löwenanteil der MTU-Erlöse ausmacht. Insgesamt kletterte der Umsatz um gut 15 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro. Kräftig verdient haben die Münchner außerdem mit der Wartung und den Ersatzteilen für die Triebwerke.

Der Auftragsbestand wuchs im vergangenen Jahr nochmals um fast eine Milliarde Euro auf 11,48 Milliarden – und sichert dem Unternehmen und seinen gut 8540 Mitarbeitern Arbeit für mehr als drei Jahre. Insgesamt sollen 2013 Gewinn und Umsatz um zehn bis zwölf Prozent steigen.

Das Militärgeschäft zog 2012 nach Jahren erstmals wieder an. Vor allem die Zulieferungen für den Eurofighter trieben die Zahlen in die Höhe – allerdings sei auch die Wartung der Maschinen für Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan gestiegen. Der militärische Kunde habe seinen Bedarf unterschätzt, erklärte Behle. Drohnen-Antriebe werde MTU dagegen bis auf weiteres nicht produzieren. Schließlich sei noch unklar, ob die unbemannten Flugzeuge in Europa zukünftig militärisch genutzt werden könnten.

Für die weitere Entwicklung schaut MTU vor allem nach Asien und Südamerika. Dort würden die Passagierzahlen in den nächsten Jahren stark wachsen. «Wir werden von dieser Entwicklung auch weiter profitieren können», sagte der Vorstandschef.