Hamburg (dpao) – Die IG Metall fordert von den Arbeitgebern der Luft- und Raumfahrtindustrie angesichts der Überstundenfülle mehr Arbeitsplätze. Rund 3655 Stellen könnten nach Auffassung der Gewerkschaft in Deutschland geschaffen werden. Sie begründet diese Berechnung mit einer Umfrage unter Betriebsräten der Branche, die in Hamburg vorgestellt wurde. Die geforderte Stellenzahl ergibt sich aus angesparten Zeitguthaben […]

Hamburg (dpao) – Die IG Metall fordert von den Arbeitgebern der Luft- und Raumfahrtindustrie angesichts der Überstundenfülle mehr Arbeitsplätze. Rund 3655 Stellen könnten nach Auffassung der Gewerkschaft in Deutschland geschaffen werden. Sie begründet diese Berechnung mit einer Umfrage unter Betriebsräten der Branche, die in Hamburg vorgestellt wurde. Die geforderte Stellenzahl ergibt sich aus angesparten Zeitguthaben und Überstunden, die die Mitarbeiter in den Betrieben geleistet haben. Allein in neun Betrieben liefen 2,7 Millionen Stunden Guthaben auf, das entspreche rund 1683 Vollzeitstellen.

Ausgewertet wurden die Angaben von Betriebsräten, die für rund 53 112 Stammbeschäftigte oder 85 Prozent der Branchenbeschäftigten sprechen.

Die Zahl der Leiharbeiter wurde mit rund 8349 angegeben, im Durchschnitt beträgt ihre Quote laut Mitteilung rund 13,6 Prozent. Hinzu kommen rund 1646 Mitarbeiter mit Werkverträgen. Inklusive der Zeitguthaben käme die Branche auf rund 66 762 Arbeitsplätze. Die IG Metall setzt sich seit langem dafür ein, dass Stammkräfte und Leiharbeiter gleich entlohnt werden.

«Billiger»-Ansätze, die den Arbeits- und Leistungsdruck, erhöhten, seien keine Antworten auf die Herausforderungen, mahnten die Arbeitnehmervertreter. In vielen Firmen ist nach ihrer Einschätzung auch in den nächsten beiden Jahren mit einer hohen Auslastung zu rechnen. Die Arbeitsorganisationen müssten mehr auf die Zukunft ausgerichtet werden. In manchen Betriebe gebe es selten nachhaltige Strategien zur Personalentwicklung, was den demografischen Veränderungen in Deutschland mit alternden Belegschaften nicht gerecht werde.

Weiterbildungsprogramme richteten sich häufig an Höherqualifizierte oder (künftige) Führungskräfte, Programme zur Nachqualifizierung von Schulabgängern gibt es laut Umfrage nicht. Die IG Metall forderte die Arbeitgeber auf, den Bildungsbedarf in ihren Betrieben zu ermitteln und – angesichts des zur erwartenden Fachkräftemangels – entsprechend zu handeln.