Airbus und Boeing punkten mit Mittelstreckenjets – A380 fällt zurück
Die Auftragsflut für den US-Flugzeugbauer Boeing setzt sich fort. Auch Airbus zieht auf der Luftfahrtmesse in Farnborough nach, doch der Erzrivale aus den USA hat die Nase weiter vorn. Rund läuft es für Airbus auch nicht beim Riesenjet A380. Farnborough (dpa) – Mittelstreckenflugzeuge sind auf der Luftfahrtmesse in Farnborough der Verkaufsschlager, Großraumjets die Ladenhüter. Der […]
Die Auftragsflut für den US-Flugzeugbauer Boeing setzt sich fort. Auch Airbus zieht auf der Luftfahrtmesse in Farnborough nach, doch der Erzrivale aus den USA hat die Nase weiter vorn. Rund läuft es für Airbus auch nicht beim Riesenjet A380.
Farnborough (dpa) – Mittelstreckenflugzeuge sind auf der Luftfahrtmesse in Farnborough der Verkaufsschlager, Großraumjets die Ladenhüter. Der chinesische Flugzeugfinanzierer CALC kündigte am Mittwoch an, 36 weitere Mittelstreckenjets aus der Airbus A320-Familie zu kaufen. Wie beide Unternehmen mitteilten, wurde eine Absichtserklärung für die milliardenteuren Käufe unterzeichnet. Auch Konkurrent Boeing sackte weitere Großgeschäfte ein. Der irische Flugzeugfinanzierer Avolon bestellte 25 Mittelstreckenflieger des Typs Boeing 737 der alten und neuen spritsparenden Version. Eine Marktschwäche stellt Airbus derzeit für Großraumflugzeuge wie die A380 fest.
Airbus rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit den geplanten 30 Bestellungen seines Flaggschiffs A380. «Der Markt für große Flugzeuge hat sich abgeschwächt», sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy. Noch im Mai hatte Leahy das Ziel von 30 Bestellungen bestätigt, aber damals bereits davon gesprochen, dass es nicht einfach werde. Der zum EADS-Konzern gehörende Flugzeugbauer hatte bis zuletzt auf Aufträge der Fluglinien Emirates und von Cathay Pacific gehofft. An der Börse fiel die EADS-Aktie daraufhin um mehr als 4 Prozent.
In der ersten Jahreshälfte wurde Airbus lediglich vier A380 los. Derzeit kratzen technische Probleme am Image des Riesenfliegers. Es geht um Haarrisse in Teilen der A380-Flügel, die den Hersteller n bremsen. Wegen eines Materialfehlers muss Airbus die Produktion umstellen. Außerdem drücken bei den Fluggesellschaften der hohe Ölpreis, zusätzliche Abgaben sowie die unsichere Wirtschaftslage aufs Geschäft.
Das Massengeschäft macht Airbus mit der A320-Familie, die auch im großen Hamburger Werk in Finkenwerder montiert wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Kunden entschied sich der Flugzeugfinanzierer China Aircraft Leasing Corporation (CALC) nicht für den spritsparenden Airbus A320neo, sondern für die herkömmliche Version. CALC-Leasingnehmer können ihre Airbus-Flugzeuge mit den neuen, treibstoffsparenden Sharklets von Airbus ausrüsten lassen, erklärte die Gesellschaft.
Bei acht Exemplaren des Großauftrags von CALC handelt es sich um die längste Variante der A320 Familie, die A321. Laut Preisliste hat der Auftrag einen Gesamtwert von 3,1 Milliarden US-Dollar (2,5 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe in zweistelligem Prozentbereich üblich. CALC erwartet, Abnehmer für die Maschinen vor allem innerhalb Chinas und Asiens zu finden.
Einen ersten Kunden präsentierte Airbus auch für die aufgerüstete Version seines Langstreckenfliegers A330. Der US-Flugzeugfinanzierer CIT bestellte zehn weitere Exemplare der neuen A330, wie Vertreter beider Unternehmen berichteten. Offen blieb, wie viele Bestellungen auf die neue Version der A330 entfallen, die mit einer um 400 nautische Meilen vergrößerten Reichweite punkten soll. Dies hänge von der Fluggesellschaft ab, die den Flieger letztlich übernehme, sagte CIT-Manager Jeff Knittel. Laut Preisliste haben die Jets einen Gesamtwert von rund 2,3 Milliarden US-Dollar (1,87 Mrd Euro) nach Liste.
Der Flugzeugbauer Boeing fand mit Avolon einen weiteren Käufer für die alte und die neue Version seiner Mittelstreckenflieger. Der irische Flugzeugfinanzierer bestellte 15 Exemplare der neuen, spritsparenden 737-MAX sowie zehn herkömmliche 737-NG Außerdem sichert sich das Unternehmen Kaufoptionen für weitere fünf Exemplare der «MAX», die 13 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen soll als ihre Vorgängerin. Der Auftrag über die 25 Maschinen, der noch nicht endgültig fixiert ist, hat einen Gesamtwert von 2,3 Milliarden US-Dollar (1,9 Mrd Euro). Schon an den beiden ersten Messe konnte Boeing mit Großaufträgen für seine 737-MAX punkten.