Trotz immer noch niedriger Passagierzahlen hakt es an den Abläufen im Frankfurter Flughafen. Flughafenchef Schulte bereitet die Reisenden darauf vor, dass sich daran so schnell nichts ändert.

Am Frankfurter Flughafen müssen sich die Passagiere in den kommenden Monaten auf längere Verzögerungen einrichten. Man rechne in den Wintermonaten mit gut 50 Prozent der Fluggäste und bis zu 70 Prozent der Flugbewegungen im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise, sagte der Chef des Betreibers Fraport, Stefan Schulte, am Montag in Frankfurt. Problematisch sei daran, dass sich der Verkehr stark auf wenige, besonders gefragte Zeitpunkte im Tagesverlauf konzentriere. Das Flughafensystem werde in Wellen belastet.

Man könne für eine einzelne Tagesspitze, die durchaus an frühere Spitzenwerte heranreiche, nicht die komplette Mannschaft über den ganzen Tag vorhalten, sagte der Flughafen-Chef. Es fehle dann vor allem Personal bei den Bodenverkehrsdiensten. Hier sind laut Schulte bereits wieder rund 75 Prozent der Kräfte im Einsatz.

Ab Montag, 8. November, richtet sich der Flughafen auf zusätzlichen Andrang auf Flüge in die USA ein, die dann für geimpfte EU-Bürger wieder möglich sein werden. «Wir erwarten schon im November zwischen 300 000 und 400 000 Passagiere auf den USA-Flügen», erklärte der Fraport-Chef.

Schulte warb bei den Passagieren um Verständnis für verzögerte Gepäckprozesse oder zusätzliche Wartezeiten beim Check-in oder an der Sicherheitskontrolle. Corona habe jeden einzelnen Prozess verkompliziert und verlangsamt. Zudem fehle es an international abgestimmten Verfahren. Das summiere sich an den größeren Flughäfen im Tagesverlauf zu nicht zufriedenstellenden Pünktlichkeitswerten. Derzeit seien in Frankfurt nur rund 70 Prozent der Flugzeuge pünktlich, also höchstens bis zu 15 Minuten hinter dem Plan. Eigentlich strebt Fraport einen Pünktlichkeitswert oberhalb von 80 Prozent an.

Der M-Dax-Konzern Fraport hat nach eigenen Angaben bereits 400 zusätzliche Leute für die Bodenverkehrsdienste eingestellt. Wegen ausstehender Sicherheitsüberprüfungen und Einweisungen seien davon derzeit aber nur rund 150 auf dem Vorfeld angekommen, sagte Schulte. Er rechne in den kommenden sechs Monaten mit 500 bis 1000 weiteren Einstellungen.

dpa