Leisere Starts am Hauptstadtflughafen BER sollen sich für Fluggesellschaften künftig finanziell lohnen – der Fluglärm für Anwohnerinnen und Anwohner soll damit erträglicher werden.

Das brandenburgische Infrastrukturministerium hat eine Neuerung bei den sogenannten Lärmentgelten genehmigt, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Mittwoch mitteilte. Demnach werden diese bei Starts und Landungen anfallenden Gebühren ab September nicht mehr pauschal nach Maschinentyp, sondern nach dem tatsächlich verursachten Lärmpegel berechnet. Der Pegel wird bei jedem Start und jeder Landung gemessen.

«Die neue Methodik schafft einen finanziellen Anreiz für die Airlines, so leise wie möglich zu fliegen», teilte Flughafenchefin Aletta von Massenbach mit. «Dies bezieht sich nicht nur auf den Einsatz der Maschinen, sondern auch auf die Nutzung entsprechender Flugverfahren zur Minderung des Lärms.» Die neue Regelung trage zu einer Reduzierung des Lärms für die Anwohner bei.

Die Grünen im Brandenburger Landtag bewerteten die Neuregelung am Mittwoch positiv. «Das ist bundesweit einmalig», teilte der flughafenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Thomas von Gizycki, mit. «Der Flughafen Berlin Brandenburg nimmt hier eine Vorreiterrolle ein.» Allerdings sei die Wirkung solcher Entgelte aufgrund gesetzlicher Beschränkungen auf Bundesebene «leider immer nur begrenzt».

dpa