Die Luftfahrtbranche ächzt weiter unter dramatischen Geschäftseinbußen aufgrund der Corona-Pandemie, auch große US-Unternehmen bekommen das zu spüren. Etliche Jobs sind gefährdet.

Die Corona-Krise hat den US-Fluggesellschaften American Airlines und Southwest Airlines auch im dritten Quartal tiefrote Zahlen beschert. Die Pandemie drückt die Passagierzahlen weiterhin massiv und bringt die ganze Luftfahrtbranche in schwere Nöte. Bei American Airlines drohen Zigtausende Mitarbeiter ihre Jobs zu verlieren – auch weil ein Hilfsprogramm der US-Regierung Ende September ausgelaufen ist.

Bei Southwest fiel gar der bislang höchste Quartalsverlust in der Geschichte des Unternehmens an. Unterm Strich büßte der in Dallas sitzende Billigflieger laut Mitteilung vom Donnerstag 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) ein. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte die Bilanz noch einen Gewinn von 659 Millionen Dollar ausgewiesen. Der Umsatz brach um 68 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar ein. Mit einer raschen Erholung rechnet Southwest-Chef Gary Kelly angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie nicht: «Bis wir weitreichend verfügbare Impfstoffe und Herdenimmunität erreicht haben, erwarten wir fragile Passagierzahlen und Buchungstrends.»

Dem größeren Rivalen American Airlines ergeht es nicht besser. In den drei Monaten bis Ende September gab es einen Nettoverlust von 2,4 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro) nach einem Gewinn von 425 Millionen ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen im texanischen Fort Worth mitteilte. Der Umsatz sackte um 73 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar ab. Auch die Flugzeugflotte schrumpft. Die Airline hat in der Krise bereits mehr als 150 ältere Maschinen vorzeitig ausgemustert oder vorerst eingemottet.

Die prekäre Lage kostet immer mehr Mitarbeiter ihre Jobs bei American Airlines. Nach Angaben des Unternehmens haben mehr als 20 000 Beschäftigte entschieden, die Fluglinie zu verlassen oder eine lange Auszeit zu nehmen. Rund 19 000 Mitarbeiter wurden zum 1. Oktober zwangsbeurlaubt.

Im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen hatte sich die Branche verpflichten müssen, bis Ende September kein Personal abzubauen. Die Fluggesellschaften fordern eine Verlängerung des Hilfsprogramms, doch das politische Hickhack im US-Kongress dämpft die Hoffnungen.

dpa