Scheuer für automatische Entschädigungen bei Verspätungen

Berlin (dpa) - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich für automatische Entschädigungen von Fahrgästen bei Verspätungen im Bahn- und Luftverkehr ausgesprochen. «Wir werden die Fahrgastrechte stärken müssen - bei der Bahn, aber auch im Luftverkehr. Das wäre ein Anreiz für mehr Pünktlichkeit», sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Er sei für eine automatische Entschädigung bei Verspätungen. «Darüber sind wir gerade mit dem Justizministerium im Gespräch.»

Scheuer sagte weiter: «Wir wollen, dass die Reisenden zufrieden sind. Und wenn mal etwas schiefgeht, weil ein Zug ausfällt oder es Verspätungen gibt, muss unbürokratisch entschädigt werden.»

Verbraucherschützer treten seit langem für automatische Entschädigungen bei Verspätungen ein. Auch der Bundesrat hatte sich im Dezember dafür stark gemacht. Es sei nicht einzusehen, dass Flüge und Züge per App gebucht werden könnten, die Entschädigung dann aber schriftlich auf komplizierten Formularen beantragt werden müsse. Bei einem Spitzentreffen im Verbraucherschutzministerium hatten Fluggesellschaften versprochen, Möglichkeiten für Online-Anträge und entsprechende Apps zu schaffen.

2018 kam jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät. Immer mehr Reisende nehmen ihre Rechte wahr: 2,7 Millionen Reisende füllten im vergangenen Jahr das Fahrgastrechte-Formular aus, 50 Prozent mehr als 2017. Im vergangenen Jahr zahlte das bundeseigene Unternehmen im Nah- und Fernverkehr für Entschädigungen insgesamt 53,6 Millionen Euro. Auch die durchschnittliche Entschädigungssumme stieg früheren Bahn-Angaben zufolge: Knapp 20 Euro waren es 2018, im Vorjahr noch gut 19 Euro.

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