Tui will trotz Boeing-Flugverbots Sitzplatzangebot steigern

Das Flugverbot für Boeings jüngstes 737-Modell wirbelt rund um den Globus Flugpläne und Einsatzprogramme durcheinander. Beim Tui-Konzern will man dennoch an bestehenden Planungen festhalten.

Hannover (dpa) - Der weltgrößte Reisekonzern Tui will trotz des Flugstopps seiner 15 Mittelstrecken-Jets vom Typ Boeing 737 Max 8 sein deutsches Angebot wie geplant ausbauen. «Wir lassen alle Flüge stattfinden, weil sie Teil unseres Geschäfts sind», sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er bestätigte, dass die bisherige Planung weiterhin Bestand habe. Anfang März hatte Tui bekanntgegeben, dass die Tuifly dank einer Flottenerhöhung von 36 auf 39 Maschinen mit fast 900 Flügen pro Wochen ihr Sitzplatzangebot um sieben Prozent steigert.

«Wir werden unser Programm wie angekündigt durchführen», sagte der Sprecher. Bisher sei das durch Umstellungen machbar. Schwerpunkte des Sommerflugplans sind rund 160 wöchentliche Flüge nach Mallorca und 100 nach Kreta. Am Vortag hatte der Konzern die Kosten durch den Ausfall auf rund drei Millionen Euro pro Woche geschätzt.

«Wir müssen zwar 15 Maschinen ersetzen, deswegen aber keine 15 Flugzeuge anmieten», sagte der Sprecher. Der Konzern will aber nicht nur Flüge umbuchen und Ersatzkapazitäten nutzen, sondern auch Maschinen anmieten. Bisher gebe es dabei keine Probleme. Dünhaupt: «Es kann sein, dass es sich an manchen Tagen nur um ein bis zwei Maschinen, an Wochenenden dann um einen höheren einstelligen Wert handelt.» Wegen zweier Abstürze von neuen Boeing 737 Max 8 binnen weniger Monate waren wachsende Zweifel an der Sicherheit des Flugzeugtyps aufgekommen - sie führten zu weitreichenden Flugverboten.

Zur Tui-Flotte gehören 14 Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz sind. Eine weitere Maschine wurde vor kurzem nach Brüssel überführt, eine andere für die Tuifly Deutschland gerade in Seattle übergeben. «Es werden planmäßig weitere Auslieferungen folgen», sagte der Sprecher und betonte: «Da wird Boeing erklären müssen, was mit denen geschieht: Die sind ja noch nicht in unserem Besitz.» Die Ausfallkosten werde der Konzern dann nach Beilegung des Flugverbots gemeinsam mit Boeing bewerten.

Nach früheren Angaben waren in diesem Jahr insgesamt sechs Auslieferungen von Boeing-737-Max-8-Flugzeugen an die Tuifly Deutschland geplant. Vier davon sollten ursprünglich im Sommerflugplan zum Einsatz kommen. Der erste Einsatzflug der nun in Seattle beim Hersteller festsitzenden Boeing 737 Max 8 war ursprünglich für den 13. April nach Las Palmas geplant - am Tag drauf hätten dann Boa Vista und Sal auf den Kapverden angestanden.

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