Google-Mutter sieht Geschäft in Internet-Ballons und Lieferdrohnen

Die Internet-Ballons und Lieferdrohnen von Google lösten bei ihrer Vorstellung viel Aufsehen aus - und gerieten dann in den Hintergrund. Doch die Konzernmutter Alphabet macht nun deutlich, dass sie damit Geld verdienen will.

Mountain View (dpa) - Die Google-Mutter Alphabet rechnet damit, dass in Ballons mit Antennen zur Internet-Versorgung und Lieferdrohnen ein nachhaltiges Geschäft steckt. Die bisherigen Forschungsprojekte Loon und Wing werden künftig als eigenständige Firmen unter dem Alphabet-Dach geführt.

Loon werde mit Mobilfunk-Anbietern kooperieren, um Netzversorgung in entlegene Gebiete zu bringen, schrieb der Chef des Alphabet-Zukunftslabors X, Astro Teller, am Mittwoch. Und bei Wing werde zusätzlich zu den Fluggeräten, die ihre Lieferungen aus der Luft abseilen können, auch ein System zur autonomen Verkehrssteuerung entwickelt. Bei X werde nun weiterhin unter anderem an Robotern und Datenbrillen gearbeitet. Aus dem Labor waren unter anderem die selbstfahrenden Google-Autos hervorgegangen, die inzwischen in der eigenständigen Alphabet-Firma Waymo untergebracht wurden.

Loon und Wing werden nun in der Alphabet-Bilanz zusammen mit Waymo und anderen Töchtern wie die Gesundheitsfirma Verily in der Kategorie «andere Wetten» geführt. Sie schreiben bisher tiefrote Zahlen und spielen wirtschaftlich keine Rolle im Vergleich zum Google-Geschäft. So schrieb die Sparte im ersten Quartal einen operativen Verlust von 571 Millionen Dollar bei 150 Millionen Dollar Umsatz. Google verdiente in dieser Zeit knapp 8,4 Milliarden Dollar bei rund 31 Milliarden Dollar Umsatz.

Das Loon-Projekt wurde vor fünf Jahren vorgestellt. Zuletzt waren die Ballons unter anderem in Puerto Rico eingesetzt worden, um Netzausfälle nach dem Hurrikan Maria zu beheben. Ein Projekt zur Entwicklung von Drohnen zur Internet-Versorgung stellte der Internet-Konzern unterdessen unter Hinweis auf technische Herausforderungen ein - genauso wie zuletzt auch Facebook.

Die Wing-Lieferdrohnen wurden erstmals vor rund vier Jahren demonstriert. Unter anderem auch Amazon arbeitet konkret an der Zustellung von Bestellungen auf dem Luftweg.

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