Transrapid 09: «Nächster Haltepunkt, Nortrup - Endstation»

Egal, wie's gelaufen wäre: Im kleinen Örtchen Nortrup hätte der Transrapid wohl nie regulär gehalten. Warum er nun trotzdem dort steht - und zwar endgültig - das ist eine lange Geschichte, in der der Nortruper Hermann Kemper eine entscheidende Rolle spielt.

Nortrup/Lathen (dpa) - Der letzte in Deutschland gebaute Transrapid ist auf seinem «Endbahnhof» in Nortrup angekommen. Die Nachfahren des Transrapid-Erfinders Hermann Kemper hatten den Magnetschwebezug im November 2016 für 200 001 Euro ersteigert und wollen ihn nun auf dem Gelände der Fleischwarenfabrik Kemper als Konferenz- und Museumsfläche nutzen. «Natürlich freut es uns, dass der Transrapid jetzt dahin wieder zurückkommt, wo alles begann», hatte Kempers Urenkel und Firmengeschäftsführer Wolfang Kühnl (36) der dpa gesagt.

Drei je 25 Meter lange und rund 40 Tonnen schwere Teilsektionen des Magnetschwebezuges waren in der Nacht auf Spezial-Tiefladern vom Gelände der ehemaligen Transrapid-Versuchsanlage Emsland (TVE) in Lathen in das rund 60 Kilometer entfernte Nortrup transportiert worden. Der insgesamt 75 Meter lange Zug ist auch zehn Jahre nach der Fertigstellung noch gut in Schuss. «Wegen der geringen Nutzung», sagt Hein-Gerd Wrigge, der bei Kemper als Projektmanager mit für die Großoperation zuständig war.

Eigentlich war der Zug für den Pendelverkehr von München zum Münchner Flughafen geplant. Der von der ThyssenKrupp Transrapid GmbH gebaute «Trandrapid 09» war der letzte Prototyp, der im Emsland auf der Teststrecke unterwegs war und wurde im November 2011 außer Dienst gestellt. Nur in Schanghai fährt eine inzwischen in China gebaute Version des Transrapid auf einer 30 Kilometer langen Strecke. In Deutschland kam es 2006 auf der Teststrecke zu einem schweren Unfall, als ein Transrapid auf einen Werkstattwagen auffuhr. 23 Menschen kamen damals ums Leben.

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