Flughäfen wollen Passagierkontrollen bald selbst organisieren

Berlin/Frankfurt, 13. März 2018

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Personenkontrollen sind für viele Passagiere der unangenehmste Teil von Flugreisen. Lange Wartezeiten und unfreundliches Personal liegen im System, meinen die Flughäfen und schlagen nun Änderungen vor.

Die deutschen Flughäfen wollen die Kontrollen von Passagieren und Handgepäck möglichst bald in eigener Regie organisieren. Wenn man selbst die entsprechenden Dienstleister auswählen und steuern könne, seien effizientere Prozesse ohne Abstriche bei der Sicherheit möglich, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, der Deutschen Presse-Agentur. Die bislang für Auswahl und Steuerung zuständige Bundespolizei könne sich dann auf ihre ursprünglichen Aufgaben konzentrieren.

Bislang laufen die von vielen Passagieren als lästig empfundenen Kontrollen an den deutschen Flughäfen durch staatlich beliehene «Luftsicherheitsassistenten» nicht optimal, so der Verband. «Passagiere beschweren sich besonders häufig über die Kontrollen und unfreundliches Personal», sagt Beisel. Im internationalen Vergleich seien die Kontroll-Linien zudem wenig leistungsfähig und zu teuer.

Das liege in erster Linie an unzuverlässigen Dienstleistern, die zwar Ausschreibungen des Bundesbeschaffungsamtes gewinnen, sie dann aber in der täglichen Praxis nicht erfüllen könnten, sagte Beisel. Negativbeispiel sei das Chaos am Düsseldorfer Flughafen im vergangenen Sommer mit stundenlangen Wartezeiten an den Kontrollstellen und einer zeitweisen Terminalsperrung.

«Auf der anderen Seite gibt es durchaus zuverlässige Firmen, mit denen die Flughäfen schon seit langem gut zusammenarbeiten», sagte Beisel. Die Flughäfen betrauen bereits heute private Sicherheitsdienste mit den Kontrollen des Personals und der Warenströme in die Sicherheitsbereiche. Dieses Verfahren könne grundsätzlich auch auf die Passagier- und Handgepäckkontrollen erweitert werden. Die Bundespolizei hätte auch in Zukunft die Aufsicht. Eine Beeinträchtigung der Sicherheit sei so ausgeschlossen.

Die Qualität der Dienstleister könne man unter anderem an der Ausbildung der Luftsicherheitsassistenten festmachen und der guten Personalführung. «Wenn die ihre Leute vernünftig behandeln, haben sie auch nicht so hohe Krankenstände.»

Auch bei der Anschaffung neuer Sicherheitstechnologien sei das bisherige System der Beschaffung zu schwerfällig, meinte Beisel. Nötig seien Investitionen in modernste Body-Scanner und Geräte, die es künftig ermöglichten, Laptops und Flüssigkeiten im Handgepäck zu belassen. Die Geräte müssten im täglichen Betrieb höchst zuverlässig arbeiten und gleichzeitig möglichst wenige Nachkontrollen auslösen.

Die große Koalition hat sich ins Regierungsprogramm geschrieben, die Zuständigkeiten der Akteure bei der Luftsicherheit zu überprüfen. Die Bundespolizei hat sich bereits positiv zu der möglichen Aufgabenübertragung geäußert. «Ich rechne daher noch in diesem Jahr mit einem Gesetzentwurf», erklärte Beisel.

dpa

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