Boeing läuft sich für neuen mittelgroßen Jet weiter warm

Paris, 18. Juni 2017

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Der US-Flugzeugbauer Boeing läuft sich weiter für einen neuen Passagierjet mittlerer Größe warm.

Er schätze die weltweite Nachfrage für einen solchen Flieger auf etwa 4000 Exemplare, sagte der neue Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Kevin McAllister, am Sonntag vor Beginn der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris. Die Maschine mit dem Arbeitsnamen "Boeing 797" soll die Lücke zwischen den Mittelstreckenjets der 737-MAX-Reihe und Boeings kleinstem Großraumflieger 787 "Dreamliner" füllen, die durch das Produktionsende der Boeing 757 entstanden ist.

In diese "Mitte des Marktes", wie Boeing das Segment nennt, drängt seit einiger Zeit der europäische Rivale Airbus mit der längsten Version seiner Mittelstreckenjets, der A321neo. Boeing liebäugelt daher bereits länger mit einem neuen Flugzeugtyp in diesem Bereich und spricht mit Fluggesellschaften über deren Vorstellungen. Bei den Triebwerken, die für die Höhe des Kerosinverbrauchs entscheidend sind, haben die Amerikaner laut McAllister drei Möglichkeiten im Auge. Der Hersteller prüfe nun, wie er im eigenen Haus mehr Arbeitskraft in die "797" stecken könne, sagte McAllister.

Konkurrent Airbus sieht in seiner Produktpalette an dieser Stelle keine Lücke, auch weil er die A321neo in einer speziellen Version für Transatlantikflüge ausgelegt hat. Boeing will sich erst einer ausreichend großen Nachfrage sicher sein, damit sich die Entwicklung eines neuen Jets auszahlt. Zudem könnte dieser die Vorlage für eine spätere Nachfolgerin des Verkaufsschlagers Boeing 737 werden.

Dem Mittelstreckenjet hat Boeing als "737 MAX" gerade eine Neuauflage mit gezügeltem Kerosindurst spendiert - ähnlich wie Airbus seinem Konkurrenztyp A320neo. Erwartet wird, dass Boeing die MAX in Kürze in einer noch längeren Version "737-MAX-10" mit Platz für mehr Passagiere anbietet und diese Variante in den kommenden Tagen auf der Air Show am Pariser Flughafen Le Bourget vorstellt.

Die weltgrößte Luftfahrtmesse beginnt an diesem Montag (19. Juni). Vertreten sind Hersteller aus Luftfahrt, Rüstung und Raumfahrt samt ihren Zulieferern aus aller Welt. Nach den Fachbesuchertagen ist die Luftfahrtschau von Freitag bis Sonntag (23. bis 25. Juni) auch für die breite Öffentlichkeit geöffnet. Die letzte Paris Air Show vor zwei Jahren hatte insgesamt gut 2300 Aussteller und mehr als 351 000 Besucher angelockt.

dpa

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