Airbus prüft zusätzliche Rückstellungen für A400M-Programm

Toulouse, 07. Februar 2018

Foto: Airbus

Airbus muss möglicherweise mehr Geld für drohende Verluste beim Pannenflieger A400M beiseitelegen.

Eine mögliche Erhöhung der Rückstellungen für das Militärtransporter-Programm, die "erheblich ausfallen könnte", werde derzeit mit Blick auf die Jahresergebnisse für 2017 geprüft, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Diese werden kommende Woche Donnerstag vorgelegt. Zugleich steuert der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern auf eine Einigung mit den Käuferstaaten des Militärtransporters zu, um den Vertrag anzupassen und damit seine künftigen Risiken einzuschränken.

Das Unternehmen und die sieben Käuferstaaten - darunter Deutschland - unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Darin verpflichten sie sich laut Airbus unter anderem dazu, den Auslieferungskalender zu aktualisieren und einen Fahrplan für die Fertigstellung der militärischen Fähigkeiten der A400M aufzustellen. "Wir haben nun eine gute Chance, den Aderlass zu stoppen oder zumindest einzuschränken und die von unseren Kunden benötigten Fähigkeiten zu liefern", erklärte Airbus-Chef Tom Enders.

Der A400M gilt als modernstes militärisches Transportflugzeug der Welt, das Programm hatte aber in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme gemacht. Nachdem Airbus wegen des A400M 2016 eine Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Euro verbucht hatte, hatte der Konzern neue Zugeständnisse der Käuferstaaten gefordert. Ziel der Verhandlungen war es, die Vertragsstrafen für verspätete Auslieferungen und noch nicht verfügbare Spezial-Fähigkeiten zu senken. Schon 2009/2010 hatte nur eine milliardenschwere Finanzspritze der Käufer das Projekt vor dem Aus bewahrt.

Die Vertragsänderung solle im Laufe des Jahres erfolgen, hieß es in der Mitteilung weiter. "Auf dieser Grundlage sind wir weiterhin dem A440M-Programm verpflichtet", sagte Enders. Das Programm werde seit 2003 "nicht nur durch operative Probleme beeinträchtigt, sondern vor allem durch eine unrealistische Vertragsgestaltung sowie ein unzureichendes Budget".

dpa

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